Gründe für Inobhutnahmen

Willkommen bei Kinder sind Menschen e.V.

Kinder sind Menschen keine Ware, kein Eigentum.

 

Sie haben Rechte.

 

Ein Recht auf Familie! Ein Recht auf Liebe und Fürsorge! Ein Recht auf die eigenen Eltern!

 

Gründe und Ausreden für Inobhutnahmen

 

Unwissenheit wird bestraft! In Zusammenhang mit Inobhutnahmen und besonders mit Sorgerechtsentzügen, werden oft gravierende Fehler gemacht, für die es zwei Hauptgründe gibt:

Unwissenheit und Unachtsamkeit. Letzteres resultiert aus der Unwissenheit über die gesamte Situation.

Daher sehen wir unsere Aufgabe, neben direkter Hilfe, in der Aufklärung.

Es ist wichtig die Gründe und Ausreden zu kennen, mit denen die Jugendämter die Inobhutnahmen rechtfertigen. Die Nachfolgende Auflistung stammt aus Hessen, kann aber bedenkenlos auf andere Bundesländer übertragen werden.

Für das Jahr 2008 wurden lt. Hessischem Statistischem Landesamt folgende Gründe für Hilfen zur Erziehung wie Vollzeitpflege bzw. Heimerziehung genannt (Reihenfolge nach Gewichtung der Nennungen als Hauptgrund):

- Gefährdung des Kindeswohls (z.B. Vernachlässigung, körperliche, psychische,

sexuelle Gewalt in der Familie),

- unzureichende Förderung/Betreuung/ Versorgung des jungen Menschen in der

Familie z. B. soziale, gesundheitliche, wirtschaftliche Probleme),

- Belastungen des jungen Menschen durch Problemlagen der Eltern (z. B.

psychische Erkrankung, Suchtverhalten, geistige oder seelische Behinderung),

- eingeschränkte Erziehungskompetenz der Eltern/Personensorgeberechtigten (z.B.

Erziehungsunsicherheit, pädagogische Überforderung, unangemessene

Verwöhnung),

- fehlende Versorgung des jungen Menschen (z. B. Ausfall der Bezugspersonen

wegen Krankheit, stationärer Unterbringung, Inhaftierung, Tod; unbegleitet

eingereiste Minderjährige),

- Auffälligkeiten im sozialen Verhalten des jungen Menschen(z.B. Gehemmtheit,

Isolation, Geschwisterrivalität,(dissoziales Verhalten) Weglaufen, Aggressivität,

Drogen-/Alkoholkonsum, Delinquenz/Straftat) ,

- Belastungen des jungen Menschen durch familiäre Konflikte (z. B. Partner-

konflikte, Trennung und Scheidung, Umgangs/ Sorgerechtsstreitigkeiten, Eltern-

/Stiefeltern-Kind-Konflikte, migrationsbedingte Konfliktlagen),

- schulische/berufliche Probleme des jungen Menschen (z.B. Schwierigkeiten mit

Leistungsanforderungen, Konzentrationsprobleme, ADS, Hyperaktivität),

schulvermeidendes Verhalten (Schwänzen, Hochbegabung),

- Entwicklungsauffälligkeiten/seelische Probleme des jungen Menschen (z. B.

Entwicklungsrückstand, Ängste, Zwänge, selbst verletzendes Verhalten, suizidale

Tendenzen).

(Quelle: Hessischer Landtag • 18. Wahlperiode • Drucksache 18/1432)

Vorsicht Falle: Der Punkt „Belastungen des jungen Menschen durch Problemlagen der Eltern (z.B. psychische Erkrankung), ist ein Teufelskreis. Vom Jugendamt oder dem Familiengericht bestellte Gutachter unterstellen nicht selten den Eltern (meistens der Mutter) eine psychische Störung und fordern weitere Untersuchungen und/oder Behandlungen. Dadurch werden die Verfahren unnötig in die Länge gezogen, und nicht selten wird das Ergebnis der Untersuchung, als Grund für die Inobhutnahme, genommen. Wenn das Jugendamt vorher keinen Grund hatte, jetzt hat es einen. Die meisten Fehlurteile seitens der Familiengerichte sind auf unseriöse Gutachten und das blinde Vertrauen in diese „Fachleute“ zurückzuführen.

Umgangs- und Sorgerechtsstreitigkeiten sind ein weiteres heikles Thema. Wenn zwei sich streiten, freut sich der dritte.

Wenn die geschiedenen Parteien sich streiten sind die Kinder leichte Beute. Eltern sollen lieber gemeinsam für ihre Kinder kämpfen, als gegeneinander um diese.

Die beiden letzten Punkte sind von besonderer Brisanz und haben deshalb unsere volle Aufmerksamkeit.

ADS UND ADHS werden hier als Schwerpunkt genannt. Schwierigkeiten mit Leistungsanforderungen und Konzentrationsprobleme sind klassische ADS/ADHS-Symptome.

Die in dem letzten Punkt (Entwicklungsauffälligkeiten) genannten Beispiele finden Sie als Nebenwirkung auf dem Beipackzettel von Ritalin. Unter Umständen wurden diese erst durch das Medikament verstärkt oder auch erst hervorgerufen.

 

Mehr über ADHS

 

Für Betroffene:

Die Jugendämter müssen jeden Vorgang Dokumentieren. Das Jugendamt ist verpflichtet, jeden Schritt zu dokumentieren und Ihnen Einsicht zu gewähren. Seriöse Jugendämter geben die Daten heraus. Bei den anderen hilft oft nur das Gericht. Je hartnäckiger das Jugendamt sich weigert Akteneinsicht zu gewähren, umso sicherer können Sie sein, dass in den Akten Beweise, für die Unrechtmäßigkeit der Kindesentnahme zu finden sind. Es lohnt sich immer, die Akteneinsicht zu erzwingen. Sie sollten sicherstellen, dass Sie eine Kopie davon erhalten und dass die Akten vollständig ans Gericht weitergeleitet wurden. Sie müssen die Jugendamtsakten mit den Gerichtsakten vergleichen.

 

Kinder sind Menschen e.V.