Journal 24

Willkommen bei Kinder sind Menschen e.V.

Kinder sind Menschen keine Ware, kein Eigentum.

 

Sie haben Rechte.

 

Ein Recht auf Familie! Ein Recht auf Liebe und Fürsorge! Ein Recht auf die eigenen Eltern!

Die Lobby

 

Seit dem Jahre 2006 steigen die Zahlen der Inobhutnahmen kontinuierlich an. Der von unseriösen Politikern und Jugendämtern verbreitete Mythos von den Einzelfällen und dass die Herausnahme der Kinder ausschließlich dem Kindeswohl dient, wurde in dem Buch „Der Einzelfallmythos“ anhand von Statistiken widerlegt.

In der Pressemappe zu den Aktionswochen der Jugendämter 2013 weisen die Jugendämter mit unverhohlenem Stolz auf die rasant wachsende Zahl der Mitarbeiter in der Jugendhilfe hin.

Es kann wohl kaum übersehen werden, dass die Inobhutnahme-Statistiken systematisch in die Höhe getrieben werden. Nicht zum Wohle der Kinder, sondern zum Wohle einer Wachstumsbranche. Das System wurde von langer Hand vorbereitet und organisiert.

Bereits im Jahre 1961(62) wurde mit dem JWG (Jugendwohlfahrts Gesetz) die Macht der Freien Träger gestärkt. Der erste große Meilenstein wurde 1991 mit Inkrafttreten des KJHG und der Etablierung des SGB VIII gesetzt.

Bis 2001 trat eine scheinbare Pause ein. Es gibt aber genügen Hinweise, dass die Branche hinter den Kulissen fieberhaft nach Möglichkeiten suchte, die zu ihren Gunsten veränderte Gesetzeslage zu nutzen. Auch dürfte die veränderte politische Lage nach der sogenannten Wiedervereinigung eine große Rolle gespielt haben. In der alten Bundesrepublik galt im Kinderschutz das allgemeine Rechtsprinzip. Die Jugendämter mussten den Gerichten anhand konkreter Anzeichen für eine Kindeswohlgefährdung glaubhaft machen, dass eine Herausnahme erforderlich sei. In der DDR galt das Prinzip der Prävention (Auf bloßem Verdacht eingreifen). Diese Devise wurde von der BRD übernommen und die Branche suchte nach Möglichkeiten.

 

Die AGJ etablierte 2001 verschiedene Fachausschüsse; unter anderem den Fachausschuss „Sozialpägagogische Dienste, erzieherische Hilfen“. Im Jahresbericht 2002 des AGJ heißt es, Zitat: „Dargestellt und diskutiert wurden verschiedene Forschungsergebnisse zu dieser Schnittstellenproblematik. Zurückgreifen konnte der Ausschuss dabei auf die Ergebnisse des 10. DGJ-Gespräches im Oktober 2001 zum Thema „Schwierigkeiten und Chancen im Verhältnis von Psychiatrie und Jugendhilfe“ Zitat Ende.

AGJ und AFET sind Dachorganisationen, in denen sich die Branche der Jugendhilfe – Organisationen inkl. Jugendpsychiatrie und Jugendämter zusammengetan hat. Beide haben sich 2005/6 reorganisiert und ihre Satzungen geändert. Zu ihren satzungsgemäßen Aufgaben gehört es, auf die Gesetzgebung einzuwirken und die Koordination ihrer Mitglieder (Organisationen, Behörden). (Vergl. Buch die deutsche Schande)

Das Kinder- und Jugendhilfeweiterentwicklungsgesetz (KICK 2005) schränkt den Datenschutz beim Bestehen gewichtiger Anhaltspunkte für eine Kindeswohlgefährdung erheblich ein.

Von da an ging es Schlag auf Schlag. Im Februar 2006 gab es eine Fachtagung vom Ministerium für Arbeit, Soziales, Familie und Gesundheit Rheinland-Pfalz (MASFG) in Mainz zum Thema „Kinder psychisch kranker Eltern“ In der Internet-Veröffentlichung heißt es: „Die psychische Erkrankung von Eltern …

…ist ein Hochrisikofaktor für die kindliche Entwicklung.

…ist eine Familienerkrankung.

Bei mehr als jedem fünften betroffenen Kind sind neben Eltern auch die Großeltern erkrankt.

 

Das zielt auf die Vererbungslehre ab. Das wird auch aus einem Vortrag von Prof. Dr. A. Lenz, vom 18.03.2010 deutlich, in dem er sagt, dass eine Vererbung vorliegen kann. In logischer Konsequenz empfiehlt das Jugendamt Koblenz generationsübergreifend Sozialdaten zu sammeln. Der Vordruck des Jugendamtes Koblenz (2010) enthält folgenden Text „Diese Erklärung ist zu jedem Zeitpunkt widerrufbar. Ansonsten gilt sie über meinen Tod hinaus.“ (vergl. Studie über Missbrauch-Risiken)

 

Das Datum des Vordrucks ist bemerkenswert, da zu diesem Zeitpunkt die Netzwerke „Frühe Hilfe“ noch nicht deutschlandweit etabliert waren. RhPf hat eine Vorreiterrolle übernommen.

Im Mai 2006 hat die Jugendministerkonferenz, basierend auf den Erkenntnissen der

Fachtagung, die Etablierung von Frühwarnsystemen beschlossen.

Die Einrichtung von Frühwarnsystemen und Netzwerke Frühe Hilfe wurde im

1. Koalitionsvertrag von CDU und SPD (2006) vereinbart. Die Arbeitsgruppe frühe

Hilfen/Frühwarnsysteme des BMFSFJ hat im August 2006 Ziele und Konzeption der

Frühen Hilfe festgelegt.

Ebenfalls im Jahre 2006 wurden in Rheinland-Pfalz und Mecklenburg-Vorpommern

Projekte durchgeführt um die Koordination zwischen der Jugendhilfe und der

Erwachsenenpsychiatrie zu etablieren. (Siehe hierzu Journal 12.)

Mit dem am1.01.2012 in Kraft getretenen Kinderschutzgesetz (BKiSchG) wurden die Netzwerke „Frühe Hilfe“ im Gesetz verankert. Gleichzeitig wurden erhebliche Einschränkungen des Datenschutzes etabliert.

 

In dem Papier der Arbeitsgruppe heißt es: „Das Ziel des Aktionsprogramms soll durch Entwicklung sozialer Frühwarnsysteme und Stärkung der Elternkompetenz erreicht werden, um dadurch Interventionen, die zu einer Trennung des Kindes von den Eltern führen, weitestgehend vermeiden zu können“.

 

Schöne Worte! Die Statistik beweist das Gegenteil. Höret nicht auf ihre Worte, schaut auf ihre Taten!

 

In der Fachtagung vom MASFG Rheinland-Pfalz (2006) steht es unter der Überschrift Ziele: „Alle Zielgruppen, so Familien, Lehrer, Erzieher, Ärzte, Beratungsstellen, Jugendämter sollten über die Situation der Kinder und einen möglichen Umgang mit den Problemen informiert sein“.

Die Umsetzung dieses Ziels wird an einem vollständig Dokumentierten Fall deutlich. Das Jugendamt hat allen an dem Fall beteiligten Professionen - inklusive der Schule – ein fragwürdiges Gutachten, welches die Mutter für psychisch Krank erklärte weitergeleitet. Als Folge davon wurden Mutter und Kind gemobbt und gemieden (quasi isoliert).

 

Die Idee Kindeswohlgefährdungen zu vermeiden, indem man Informationen sammelt um frühzeitig eingreifen zu können, ist durchaus lobenswert. Das wird niemand bestreiten. Aber unsere Politiker haben es versäumt Maßnahmen vor Missbrauch zu etablieren.

 

Die Netzwerke, so wie sie in der Praxis arbeiten, sind Spionage-Netze. Besonders das vom Jugendamt Koblenz geforderte Sammeln von Sozialdaten über Generationen (über den Tod hinaus) demonstriert dies.

 

Die große Falle in diesem System, ist aber die Verknüpfung der Netzwerke mit dem Projekt „Kinder psychisch kranker Eltern“ und der damit verbundenen Vererbungstheorie. Zahlreiche Studien wurden veröffentlicht, aus denen zweifelsfrei hervorgeht, dass der größere Teil der familienpsychologischen- oder Erziehungsfähigkeits-Gutachten fragwürdig oder gar falsch sind. Es ist zudem eine unbestrittene Tatsache, dass die gewaltsame Verschleppung aus der Schule oder dem Kindergarten– mit der eine „Inobhutnahme“ gewöhnlich eingeleitet wird – immer eine Traumatisierung der betroffenen Kinder zur Folge hat. Nach Expertenmeinung ist davon auszugehen, dass rund ein Drittel dieser Kinder im Erwachsenenalter eine psychologische oder psychiatrische Behandlung benötigen. Sie sind dann als „psychisch Kranke“ eine Bedrohung für das Wohl ihrer Kinder, die man ihnen deshalb wegnehmen muss.

Die Branche sorgt selbst für Nachschub. Nun ja, die neu geschaffenen Arbeitsplätze – auf die die Jugendämter so wahnsinnig stolz sind – müssen schließlich erhalten bleiben. Wer aber in diesen Teufelskreis geraten ist, kommt nur sehr schwer wieder heraus.

 

Die Tricks, mit denen gearbeitet wird, um an Sozialdaten heranzukommen, sind das Thema eines späteren Journals.

 

Über 48.000 Kinder wurden 2014 von Jugendämtern in Obhut genommen. Aber, bei nur 16% (laut Statistiken) lag eine akute Gefähr-dung vor.

Folglich wurden rund 40.000 Kinder voreilig oder willkür-lich aus ihren Familien gerissen.

 

 

Kinder sind Menschen e.V.