Journal 4

Willkommen bei Kinder sind Menschen e.V.

Kinder sind Menschen keine Ware, kein Eigentum.

 

Sie haben Rechte.

 

Ein Recht auf Familie! Ein Recht auf Liebe und Fürsorge! Ein Recht auf die eigenen Eltern!

 

Glaubwürdigkeit eines Gutachtens

 

Gutachten, egal welche, sind Aussagen, welche auf den fachlichen Kenntnissen des Gutachters beruhen. Sie enthalten immer nur relative Wahrheiten, niemals absolute. Man kann ihren Wahrheitsgehalt nur mit einer Wahrscheinlichkeit annehmen. Der Wahrheitsgehalt und damit die Glaubwürdigkeit von Gutachten hängen nicht nur vom Gutachter selbst, sondern viel mehr von den verfügbaren Eingangsdaten ab.

 

Richtlinien für familienpsychologische Gutachten

 

Nach den feststehenden Richtlinien für die Erstellung psychologischer Gutachten (Föderation Deutscher Psychologenvereinigungen, 1994, S. 8) „ist ein solches psychologisches Gutachten eine wissenschaftliche Leistung, die darin besteht, aufgrund wissenschaftlich anerkannter Methoden und Kriterien nach feststehenden Regeln der Gewinnung und Interpretation von Daten zu konkreten Fragestellungen Aussagen zu machen.“Deshalb muss ein derartiges Gutachten den Anforderungen einer wissenschaftlichen Arbeit genügen.

Eine psychologische Begutachtung darf sich nicht nur auf einzelne, sondern muss sich stets auf mehrere wissenschaftlich haltbare Datenquellen stützen (vgl. Föderation Deutscher Psychologenvereinigungen, 1994, S. 11).

 

Erziehungsfähigkeit

 

Der Begriff Erziehungsfähigkeit ist nirgendwo im Gesetz definiert. Auch kennt die Psychologie keine wissenschaftlich anerkannten Kriterien nach denen ein solches Gutachten erstellt werden könnte. Ganz klar sagen es die Autoren Karl Westerhoff, Marie-Luise Kluck in ihrem Werk „Psychologische Gutachten schreiben und beurteilen“ ISBN 3-540-46837-4 Kapitel Über die erzieherische Eignung: „(…) Leider haben wir aber keine speziell für die erzieherische Eignung geeignete psychologischen Untersuchungsverfahren. Darum sind Aussagen über Mehr oder Weniger an erzieherischer Eignung bei den Kindeseltern Extrapolationen anderer Untersuchungsergebnisse, also nicht exakt, wenn sie nicht gar subjektive Meinungen und Deutungen sind. So bleibt nur, bis zum Beweis des Gegenteils beide Kindeseltern als zur Erziehung ihres Kindes geeignet anzunehmen.“ Zitat Ende.

 

Aufgrund empirischer Daten von den verschiedensten Institutionen und Obergutachtern ist bei Familienpsychologischen Gutachten ein Wahrheitsgrad von signifikant unter 10% zu erwarten. Sie sind daher zur Wahrheitsfindung völlig ungeeignet. Dennoch bestehen inkompetente Richter, die sich vor der Verantwortung drücken wollen, auf solche Gutachten, die dann als „einziges“ Kriterium zur Urteilsfindung verwendet werden

 

Dr. phil. Werner G. Leitner beschreibt in seinem Artikel in Familie und Recht 2/2000 ISSN 0937-2180 Zur Mängelerkennung in familienpsychologischen Gutachten die Auswertung einer Stichprobe von 52 Gutachten: „Bei kaum einem Gutachten der vorliegenden Stichprobe lässt sich im Hinblick auf die Aktenanalyse der nachvollzieh-bare Einsatz eines hierfür entwickelten wissenschaftlichen Verfahrens erkennen. Auch im Hinblick auf die Explorationsgespräche kommen einsprechende wissenschaftliche Ansätze» wie sie beispielsweise mit einem Gesprächsleitfaden von Westhoff und Kluck (1991/1992) vorliegen, explizit nicht zum Einsatz.“ Weiter heißt es: „Eine systematische (wissenschaftliche) Verhaltensbeobachtung ist bei keinem der Gutachten dieser Stichprobe erkennbar. (…) Insgesamt gesehen sind bei der vorliegenden Stichprobe weder bei der Aktenanalyse noch bei der Exploration und der Verhaltensbeobachtung wissenschaftliche Methoden in einer Form vorhanden, die in ihrer Gesamtheit wissen-schaftlichen Grundanforderungen gerecht werden.“

 

Warum bestehen die Gerichte auf Gutachten? Angesichts des geringen Wertes zur Wahrheitsfindung, fragt man sich natürlich, warum verlangen die Richter(innen) dennoch Gutachten? Nun, wenn ein Richter über einen Fall entscheiden soll, dessen Subjekt zu einem Fachgebiet gehört, von dem er nichts versteht, kann er ein Gutachten anordnen. Er kann sich dann auf einen Experten berufen. Viele Richter(innen) -allzu viele- wollen sich vor der Verantwortung drücken, indem sie sich auf die „Fachleute“ -die es ja wissen müssen- berufen.

 

Begutachtungspflicht

 

Niemand kann Eltern zwingen sich einer psychologischen Untersuchung zu unterziehen. (Vergl.: BVerfG, 1 BvR 1248/09 vom 10.9.2009, Absatz-Nr. (1 - 33); BVerfG, 1 BvR 1572/10 vom 1.12.2010, Absatz-Nr. 14‘). Sie haben das Recht ein solches Gutachten abzulehnen. Windige Winkeladvokaten haben inzwischen einen Weg gefunden dieses Recht zu umgehen. Es gibt ein Gerichtsurteil, welches erlaubt, im Falle einer Ablehnung durch die Eltern, einen Gutachter zur Verhandlung hinzuzuziehen.

 

An früherer Stelle haben wir empfohlen Gutachten abzulehnen. Hier taucht nun die Frage auf: „Ist es sinnvoll, diese Empfehlung weiterhin zu geben, wenn trotzdem eines gemacht wird?“ Wir denken: „ja!“ Wenn der Gutachter sich auf die Aussagen der Eltern berufen kann, ist seine Glaubhaftigkeit größer, als wenn er sich auf Aussagen dritter oder Akten, mit Aussagen dritter, beziehen muss. Ein solches „Zwangsgutachten“ ist leichter auszuhebeln. Wenn ein(e) Richter(in) ein solches Gutachten verlangt, gehen Sie davon aus, dass er/sie nicht wirklich an der Wahrheitsfindung interessiert ist und daher auch nicht als neutral gesehen werden kann.

 

Schweigepflichtentbindung

 

Eine Schweigepflichtentbindung ist eine persönliche Sache. Niemand kann dazu gezwungen werden. Der neueste Hinterhalt korrupter Richter(innen) und unlauterer Jugendämter besteht darin, Eltern zu zwingen eine solche Erklärung zu unterschreiben. Auf diese Weise können frühere Therapien oder auch nur Gespräche mit Psychologen oder Ärzten für Zwangsgutachten herangezogen werden.

 

Schweigepflichtentbindungen werden in den Journalen 5-7 behandelt.

 

 

 

 

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