ADHS

Willkommen bei Kinder sind Menschen e.V.

Kinder sind Menschen keine Ware, kein Eigentum.

 

Sie haben Rechte.

 

Ein Recht auf Familie! Ein Recht auf Liebe und Fürsorge! Ein Recht auf die eigenen Eltern!

ADHS und Ritalin

 

Der ARD Beitrag „Gefährliche Glückspillen Milliardenprofite mit Antidepressiva“ hat die psychischen Veränderungen gezeigt, die Methylphenidat (dem Wirkstoff des Ritalins) in extremen Fällen hervorrufen kann. Ritalin wird bevorzugt an Kinder und Jugendliche verabreicht.

 

Wir wollen uns nicht an der öffentlichen Diskussion pro & contra Ritalin beteiligen. Wir beziehen uns auf wissenschaftlich belegte Aussagen sowie Beipackzettel diverser Methylphenidathaltige Medikamente.

 

Folgende Fragen werden hier erörtert:

1. Ist ADHS eine Krankheit?

2. Sind die Diagnosen zuverlässig?

3. Wirkt Ritalin und wie?

4. Nebenwirkungen!

5. Gibt es Alternativen zum Ritalin Einsatz?

 

Zu 1. ADHS wird als Krankheit oder Entwicklungsstörung bezeichnet. Von der Ärzteschafft (besonders von der Psychiatrie) wird es allgemein als Krankheit angesehen. Es gibt klar definierbare und beobachtbare Symptome. Diese Symptome finden Sie allerdings bei jedem Kind. Es ist nur die Häufigkeit und Intensität dieser Symptome, die zur Diagnose ADHS führt.

Da es keine Erreger, wie Bakterien und Viren, als Ursache gibt, geht der Trend in Richtung Entwicklungsstörung.

Da ADHS nur in Situationen mit erhöhten Anforderungen in Erscheinung tritt, lässt sich das Phänomen auf die einfache Frage reduzieren:“Wie geht das Kind mit erhöhten Anforderungen um?“

Man unterscheidet zwischen psychischen und medizinischen Ursachen. Bei den letzteren konzentriert sich die Forschung auf bestimmte Hirnfunktionen, sowie der Menge an bestimmten Stoffen, die für diese Funktionen erforderlich sind. (Ich möchte Ihnen die Fachausdrücke ersparen!) Empirische Tests belegen, dass bei ADHS-Patienten signifikant eine bestimmte Hirnregion schwächer ausgeprägt ist, und bestimmte Botenstoffe in geringeren Mengen verfügbar sind.

Als Ursache dafür wurde Eisenmangel entlarvt. Da sich besagte Hirnregion in der Spätphase der Schwangerschaft entwickelt, ist das ADHS-Risiko bei Frühgeburten und Babys mit geringerem Geburtsgewicht verhältnismäßig großer als bei Normalgeburten.

 

2. Die Diagnose der ADHS wird aus Beobachtungen, Interviews, Testverfahren, Fragebögen und Untersuchungen gestellt. Es gibt keine spezifischen Laborwerte oder spezifische Krankheitsmuster für die Diagnose der ADHS.

Bei Tests hat sich gezeigt, dass die üblichen Fragebögen, die zur Diagnose verwendet werden, von verschiedenen Personen zum selben Kind, ausgefüllt, sehr unterschiedlich ausfallen.

 

Das wichtigste Diagnosewerkzeug ist die Conners-Skala

 

CONNERS - Skala zur Verhaltensbeurteilung hyperaktiver Kinder

 

beobachtete SymptomeBewertung

 

1.unruhig, dauernd in Bewegung

2.erregbar, impulsiv

3.stört andere Kinder

4.beendet angefangene Aufgaben nicht

5.zappelig

6.leicht ablenkbar

7.Forderungen und Wünsche sollen sofort erfüllt werden,

8.rasch enttäuscht, kann nicht warten, weint rasch

9.abrupte Stimmungsschwankungen

10.neigt zu Wutausbrüchen und unvorhersagbarem Verhalten

 

Bewertungskriterien: gar nicht = 0; etwas = 1; deutlich = 2; sehr = 3

 

Hyperaktivität gilt als gesichert bei mehr als 15 Punkten

 

Wenn Sie die Zahlen 0-3 willkürlich (per Zufall) eintragen, erhalten sie nach der Wahrscheinlichkeitsrechnung 15 Punkte. Dieser Test ist reine Augenwischerei.

 

Gemäß einer Studie in den USA sind Fehldiagnosen an der Tagesordnung. Linksman (1) berichtet von häufigen Fehldiagnosen am National Reading Diagnostic Institute in Illinois. Bei vielen Kindern, bei denen eine ADHS diagnostiziert worden war, stellte sich bei intensiverer Untersuchung heraus, dass es sich um Aufmerksamkeitsstörungen in Folge einer allgemeinen Lernschwäche handelte.

 

Zu 3 Wirkt Ritalin und wie?

 

Ritalin hat eine ähnliche Wirkung wie ein Amphetamin, gehört also zu den Stimulanzien und unterliegt daher dem Betäubungsmittel- Verschreibungsgesetz.

Die genaue Wirkung von Stimulanzien bei ADHS-Kindern ist nicht bekannt. Möglicherweise wird durch die Erhöhung der Neurotransmittermenge (Botenstoffe) das relative Ungleichgewicht an Rezeptoren ausgeglichen (2). Das klingt mehr nach Ratespiel, denn nach exakter Wissenschaft!

Es muss vor allem darauf hingewiesen werden, dass sich die Ursache der Krankheit nicht heilen lässt, und daher sämtliche Therapieansätze nur symptomatisch greifen (3).

In der medikamentösen Behandlung von ADHS steht an erster Stelle das Methylphenidat (Ritalin). Das ist der Wirkstoff, der in Prozac, dem Mittel, welches in der ARD-Reportage genannt wird, enthalten ist.

Nicht nur die Diagnose ist umstritten. Nein, auch die Wirkung als solches! Zeigen doch 20-25% der ADHS-Patienten keinerlei Besserung auf Methylphenidat (4,5).

 

Zu 4. Methylphenidat Präparaten haben zahlreiche, zum Teil schwerwiegende Nebenwirkungen.

 

Hier ein kleiner Auszug (6). Psychische und neurologische Nebenwirkungen

 

Sehr häufige Nebenwirkungen (>1:10) sind verminderter Appetit, Schlaflosigkeit, Kopfschmerzen, Mundtrockenheit und Übelkeit. Nervosität und Schlaflosigkeit ... Häufig (1:100 bis 1:10): Appetitlosigkeit, Angstgefühle, anfängliche Schlafstörungen, depressive Verstimmung, Nervosität, Unruhe, Aggressionen, Zähne-knirschen, Depressionen, verminderte Libido, Verwirrung, Spannung, Schwindelgefühl, Zittern, verschwommenes Sehen …

Sehr selten (1:10000) treten Orientierungslosigkeit, akustische und visuelle Halluzinationen, Manien und beginnende Psychosen, Zorn, Agitiertheit, Stimmungsschwankungen, depressive Verstimmung, Traurigkeit, Lethargie oder Schläfrigkeit auf. (Anmerkung: Vergleichen Sie dies mit den Aussagen der Täter im ARD-Report.)

Suizidalität: Bei Methylphenidathaltigen Zubereitungen wurden neben erfolgtem Suizid, Suizidversuche und Suizidgedanken beobachtet. (Suizid = Selbstmord)

Auch, wenn nur jeder Zehntausendste von Orientierungslosigkeit und Halluzination betroffen ist, so ist doch (besonders in Verbindung mit Aggressionen – jeder hundertste ist davon betroffen) mit einer Zunahme an Gewalt an deutschen Schulen zu rechnen. Müssen wir verstärkt mit Amokläufen rechnen?

 

Zu 5. Zahlreiche ADHS – Symptome lassen sich aber auf Vitamin oder Mineralstoff Mangel oder generell auf falsche Ernährung zurückführen. Diese Ursachen können beseitigt (geheilt) werden. Allerdings nicht mit schweren Psycho Hämmern!

Das University of Rochester Medical Center hat herausgefunden, dass zahlreiche echte Krankheiten, sowie eine Vielfalt von ADHS- Symptomen auf Eisenmangel zurückgeführt werden können.

Mangelerscheinungen können in der Regel durch Ernährungsumstellung und/oder Nahrungsergänzungsmittel ausgeglichen werden. Es empfiehlt sich daher, erst mal eine gründliche medizinische Untersuchung durchführen zu lassen. Es gibt eine Vielzahl von Alternativen.

Als psychologische Ursachen sind in erster Linie schulische Überforderung und familiärer Stress zu nennen. Verringern oder vermeiden Sie zusätzlichen Stress. Die Anforderungen in den Schulen haben enorm zugenommen (zumindest für Bayern kann ich dies sagen). Der Notendruck, der Zwang den Übertritt zu schaffen, das sind die Krankmacher. Eine qualifizierte Nachhilfe kann hier gute Dienste leisten.

 

Achtung:

In Amerika ist Methylphenidat bei Jugendlichen mittlerweile zur Mode-Droge geworden. Ab einer Dosis von 80mg wird dem Kinder-Koks eine berauschende Wirkung zugeschrieben. Auch Deutschland bleibt nicht von diesem Trend verschont. Ab 1mg je Kg Körbergewicht besteht Suchtgefahr. Ritalin ist eine Einstiegsdroge.

 

Einer Studie von Tizard und Hodges (7) zufolge findet man bei Kindern, die in Heimen o.ä. Institutionen aufgewachsen sind, signifikant häufiger Kinder mit ADHS-Symptomatik. Das mag wohl daran liegen, dass Stress-Symptome und Protestverhalten gegen die Heimunterbringung – Ein Leben ohne Bezugsperson und ohne Liebe – leichtfertig als ADHS-Symptom gewertet werden.

 

Quellennachweis:

 

1. Linksmann R. The fine line between ADHD and kinaesthetic learners. latidudes.org/prnfrnd/learn01_ prn.html 2002 May

2. Schulze U, Trott GE. Perinatale Komplikationen bei Kindern mit hyperkinetischem Syndrom Häufigkeit und Spezifität. Pädiat.Prax. 1995/1996; 50: 383-393

3. Barkley RA. Psychosocial treatments for attention deficit hyperactivity disorder in children. J.Clin.Psychiatry 2002; 63(12): 36-44

4. Williams C, Wright B, Partridge I. Attention deficit hyperactivity disorder a review. Br.J.Gen.Practice 1999; 49: 563-571

5. Pliszka SR. Attention deficit hyperactivity disorder a clinical review. Am.Fam.Physician 1991 April; 43(4): 1267- 1275

6. Wikipedia

7. Tizard B, Hodges J. The effect of early institutional rearing on the development of eight year old children. J.Child Psychol.Psychiatry 1978; 19: 99-118

 

 

Kinder sind Menschen e.V.